Entstehung der Narragonia – Die Anfänge im Jahre 1249

Fasching oder Fastnacht, auch als sogenannte 5. Jahreszeit bekannt, feiern die Menschen in Regensburg schon nachweislich seit über 760 Jahren, damit rund 100 Jahre länger als in den rheinischen Hochburgen Köln (1341) und Düsseldorf (1386). Urkundlich geworden ist die Fastnacht in Regensburg im Jahre 1249, weil der Benediktiner-Abt Wernher von Prüfening sich bei der römischen Kurie über die Schüler der Regensburger Domschule beklagt. Sie hatten beim sog. „Maskierten Bischofsspiel“ all zu arg mit den Mönchen und Mitarbeitern vom Kloster Prüfening ihren Schabernack getrieben. Das „Bischofsspiel“ wird trotz Anweisung aus Rom und bischöflichem Verbot bis in die 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts weitergeführt. Ausgelassen ging es durch die folgenden Jahrhunderte weiter, egal ob Bischof oder Abt von St. Emmeram, Ratsherren, Adel oder Bürger, Handwerker, Schüler oder Studenten, jeder feierte nach seinen finanziellen Möglichkeiten die Fastnacht. Besonders üppig verstanden die Gesandten am Immer-währenden Reichstag (1663-1806) die Fastnacht zu feiern, mit Maskenbällen, Schlittenfahrten und opulenten Festmählern. Dabei wurden auch oft gerne die sozialen Stände gewechselt, mancher Adlige schlüpfte in das Gewand eines einfachen Bauern und vergnügte sich in den tollen Tagen. Die allgemeine Ordnung stand Kopf, oft mussten der Rat der Stadt eingreifen und Strafen verhängen.

Narragonia 1853

Narragonia im Wandel der Zeit: Das 19. Jahrhundert – Zwei rheinische Karnevalsmissionare